Rückblick auf das DFB Fußballjahr 2010
Donnerstag, 20. Januar 2011Beim DFB kann man auf das Fußballjahr 2010 zufrieden zurückblicken. Aufgrund des guten Abschneidens der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika gibt es für den Fußballbund in Sachen Trainer nichts zu bereuen. Ausgerechnet der Erfolgscoach selbst hat nun Diskussionen um seinen möglichen Nachfolger ins Rollen gebracht und sorgt bei den DFB-Verantwortlichen für Unruhe.
Im Gespräch mit der FAZ hatte Nationalcoach Joachim Löw die Erfolgstrainer Jürgen Klopp vom BVB und Mainz-Coach Thomas Tuchel als potenzielle zukünftige Nationaltrainer genannt. Klopp ist mit Borussia Dortmund nach Ende der Bundesliga-Hinrunde Tabellenspitzenreiter, Tuchel folgt mit Mainz 05 auf dem zweiten Platz.
„Jürgen Klopp und Thomas Tuchel können auf ihre Weise auch die Nationalmannschaft führen, ganz klar“, sagte Löw der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. Der 43-jährige Klopp und der 37-jährige Tuchel arbeiteten „konzeptionell“, lobte Löw die Arbeitsweise der jungen Trainertalente. „Die beiden wissen ganz klar, was sie wollen. Sie haben einen roten Faden, und den verfolgen sie sehr konsequent.“
Für den 50-jährigen Bundestrainer spielt das Alter der Trainer „eine untergeordnete Rolle“. „Junge Trainer bekommen nicht so einfach die Chance, eine Nationalmannschaft zu trainieren. Aber sie sind dazu in der Lage“, so Löw, der seinen Vertrag beim DFB nach der erfolgreichen WM bis zur Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine verlängert hat.
Über die Debatte über den möglichen Nachfolger freut man sich beim DFB nicht. Präsident Theo Zwanziger erklärte, sich darüber noch keine Gedanken zu machen: „Joachim Löw ist fachlich und charakterlich ein ausgezeichneter Trainer, mit dem wir noch lange zusammen arbeiten wollen. Deshalb mache ich mir überhaupt keine Gedanken über einen möglichen Nachfolger.“
Franz Beckenbauer widersprach indes der Aussage Löws, sowohl was die Tauglichkeit Klopps als auch die Tuchels angeht. „Klopp sollte lieber noch zehn Jahre im Bundesliga-Tagesgeschäft bleiben. Für den Bundestrainer-Job ist er viel zu jung“, so der frühere DFB-Teamchef in “Bild”. In Hinblick auf dessen Erfahrung hält er Klopp aber dennoch für geeigneter als Tuchel: „Ein Bundestrainer braucht internationale Erfahrung – ob als Spieler oder Trainer. Da sehe ich Klopp eher im Vorteil gegenüber Tuchel.“
Ob geeignet oder nicht: Realistischer Kandidat für Löws Nachfolge ist keiner der beiden – denn sowohl Klopp als auch Tuchel sind bis nach 2012 an ihre derzeitigen Vereine gebunden. Tabellenspitzenreiter Borussia verlängerte Jürgen Klopps Vertrag gerade erst bis 2014, Tuchels Vertrag in Mainz läuft bis 2013.